
Einleitung
Während die Bibliotheken der Fachhochschulen «viel benutzt, aber kaum sichtbar»1 sind, ist über die Fachhochschularchive vergleichsweise wenig bekannt2. Im Gegen- satz zu den Universitäten sind die heutigen Fachhochschulen erst in den letzten 20 Jahren entstanden.
Dies gilt auch für die meisten den Fachhochschulen angeschlossenen Musik- hochschulen. Ihre Vorgängerinstitutionen waren ursprünglich mehrheitlich private Bildungseinrichtungen, die staatliche Subventionen erhielten und deren Diplome staatlich anerkannt waren. Sie verfügen alle über eigene Bibliotheken, deren Bestände über – teilweise in Verbundkataloge eingebettete – Online-OPAC-Kataloge konsul- tierbar sind. Bereits 1975 widmete Fontes Artis Musicae,3 die Zeitschrift der Interna- tional Association of Music Libraries, Archives and Documentation Centres (IAML) eine Ausgabe den Bibliotheken von Konservatorien und Musikhochschulen in West- und Osteuropa, den USA und Neuseeland. Darin erschien auch eine von Theo Hirs- brunner4 verfasste Übersicht über die Situation der Bibliotheken der Schweizer Kon- servatorien und Musikhochschulen5.
Eine vergleichbare Übersicht zum Thema der Archive der früheren Konserva- torien und heutigen Musikhochschulen existiert bis heute nicht. Diese sind noch nicht im selben Masse ausgebildet wie Archive an Universitäten6 und online schwer bezie- hungsweise kaum zu lokalisieren.
Die Webseiten der einzelnen Musikhochschulen bieten zudem nur oberfläch- liche Informationen über die eigene, teilweise komplexe Institutionsgeschichte mits- amt ihren Vorgängerinstitutionen. Wer sich einen vertieften Überblick über die Ent- wicklung der professionellen Musikausbildung in der Schweiz verschaffen möchte, ist auf Fachliteratur, wie recherchierte Jubiläumsbücher von Konservatorien, ange- wiesen. Eine andere Quelle sind die Periodika der einzelnen Schulen, die einen Ein- blick in Aktivitäten und Entwicklungen bieten. Einzig die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) betreibt eine eigentliche Archivinstitution, die als Teil des Medien- und Informationszentrums der ZHdK über einen eigenen Webauftritt verfügt7. Die Entstehung und die Funktion des Archivs werden in einem Arbido-Artikel ausführlich beschrieben8.
1. Historischer Überblick
Ausgangslage im 19. Jahrhundert
Die institutionalisierte, professionelle Musikausbildung in der Schweiz ist, entspre- chend dem föderalen Charakter des Landes, heterogen entstanden und entsprang ur- sprünglich privaten Initiativen9. Sie folgte dem Bedürfnis nach einer besseren Mu- sik(aus)bildung, denn bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts verliessen mehrere bedeutende Schweizer Musikerpersönlichkeiten (Instrumentalisten, Dirigenten und Komponisten10) ihre Heimat, um ihr Handwerk im benachbarten Ausland zu erlernen.
Der Begriff ‹Konservatorium›
Der aus dem Lateinischen abgeleitete Begriff ‹conservare – bewahren› wurde im Zu- sammenhang mit der Musikausbildung erstmals im 16. Jahrhundert in Neapel (Italien) verwendet. In als conservatori11 (Bewahrungsanstalt) bezeichneten Waisenhäusern erhielten Kinder Musikunterricht.
Im Jahre 1795 wurde in Paris (F) das Conservatoire de musique gegründet. Diese Institution nahm in Europa eine Vorbildfunktion ein. Das Konservatorium Wien
(A) wurde 1817 ins Leben gerufen.12 In Leipzig (D) entstand 1843 auf Initiative des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy das Leipziger Konservatorium.13
In der Schweiz etablierte sich dieser Begriff als Bezeichnung einer Institution für professionelle Musikausbildung, schloss und schliesst aber, je nach lokal entwi- ckelten Strukturen, auch musikalische Laienausbildung mit ein.14
Die Gründung von Musikschulen und Konservatorien
Im Jahre 1835 wurde in Genf das Conservatoire de musique de Genève gegründet. Es ist die älteste durchgehend betriebene Musikausbildungsstätte der Schweiz. Zwar gab es in Genf schon vorher öffentliche Institutionen, an denen Musik gelehrt wurde, doch ist über diese «fabriques de musiciens»15 wenig überliefert.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts folgten sieben weitere Musikschulgrün- dungen in Schaffhausen, Bern, Lausanne, Basel und Winterthur. In Zürich existierten sogar zwei Musikinstitute.
An den Musikschulen fand teilweise schon eine professionelle Ausbildung statt. In Genf gab es als Abschlüsse medailles oder prix. Ab 1879 wurden die ersten Diplome für Klavier verliehen.16 In Zürich beherbergte die 1876 gegründete Musik- schule eine Dilettantenschuleund eine Künstlerschule,17 Berufsschülerinnen und - schüler sind ab 1876 nachweisbar.18 Die 1867 gegründete Musikschule Basel führte 1889 sogenannte Fortbildungsklassen ein.19
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts drängte sich die Notwendigkeit spezieller Berufsabteilungen auf, die in der Deutschschweiz neu als Konservatorium bezeichnet wurden. In der Westschweiz behielt das Conservatoire de musique de Genève seine ursprüngliche Bezeichnung, das Institut de musique de Lausanne wurde 1910 in Con- servatoire de musique de Lausanne umbenannt. Die in Fribourg, Neuchâtel, La Chaux-de-Fonds, Sion und Delémont neu gegründeten Schulen wurden alle Conser- vatoires genannt.
Bis in die 1990er Jahre bestanden in der Schweiz 16 staatlich subventionierte Institutionen (Konservatorien), an denen klassische Musik auf tertiärer Stufe gelehrt wurde: Basel, Bern, Biel, Delémont, Fribourg, Genève, La Chaux-de-Fonds, Lausanne, Lugano, Luzern, Neuchâtel, Schaffhausen, Sion, Winterthur, Zürich (Kon- servatorium, Musikakademie).
Die Konservatorien in der Schweiz waren keine selbstständigen Institutionen, sondern blieben im Verbund mit den allgemeinen Musikschulen. Eine Ausnahme bil- dete das Konservatorium Luzern, das 1942 als Dependance des Konservatoriums Ba- sel gegründet wurde und überwiegend eine professionelle Ausbildung betrieb.20 Diese Doppelstrukturen blieben bis Ende der 1990er Jahre erhalten. Mit der 1995 angestos- senen Fachhochschulreform kündigte sich eine fundamentale Umwälzung in der Aus- bildungslandschaft der Schweiz an, die für die Konservatorien tiefgreifende Verände- rungen mit sich brachte. In der Folge wurden die Berufsabteilungen von den Musik- schulen getrennt und in die neuen Strukturen der Fachhochschulen überführt.

Der Weg zur Musikhochschule
In Deutschland wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die professionellen Ausbil- dungsstätten vermehrt in Hochschulen umgewandelt mit dem Zweck, den akademi- schen Anspruch der Musikausbildung zu unterstreichen. Die Hochschule für Musik zu Berlin war bis in die 1920er Jahre allerdings «das einzige Konservatorium im deutsch- sprachigen Raum, das sich Hochschule nennen durfte.»21
Mit dem wachsenden Prestige der Schweizer Musikausbildungsstätten entwi- ckelte sich auch hierzulande der Wunsch nach Erlangung des Hochschulstatus. Vor- reiter war das Konservatorium Zürich, das 1956 durch einen Regierungsratsbeschluss das Recht auf die Bezeichnung Konservatorium und Musikhochschule Zürich er- hielt.22
Fachhochschulreform
Die Fachhochschulreform von 1999 ist das einschneidendste Ereignis in der Ge- schichte der professionellen Musikausbildung in der Schweiz seit der Gründung der Konservatorien. Erstmals wurde mit dem Profil für Musikhochschulen 23 (EDK 13.11.1997) ein einheitlicher Leistungsauftrag für Musikhochschulen definiert.
Mit dem Fachhochschulgesetz von 199524 wurde zudem eine Konzentration der Institutionen eingeleitet, denn zur Erreichung des Fachhochschulstatus wurde eine Mindestzahl von 500 Studierenden «als unterstes vertretbares Minimum»25 betrach- tet. Das Profil der Musikhochschulen definierte als kritische Grösse «ca. 250–300 Studierende im Diplomstudium an einer Schule.»26 Dies zwang kleinere Berufsabtei- lungen zur Fusion mit grösseren oder führte zur Aufgabe von Ausbildungsstandorten:

Die Berufsabteilungen wurden von den Musikschulen getrennt und in die neu gegründeten kantonalen Fachhochschulstrukturen integriert. 27 Heute existieren auf Fachhochschulstufe noch sieben Musikhochschulen, verteilt auf zehn Städte und Kan- tone, die sechs unterschiedlichen Fachhochschulen angeschlossen sind.
Auswirkungen auf die Archive
Eine Übersicht über die Schweizer Musikhochschularchive gestaltet sich wenig trans- parent. Als überwiegend staatlich subventionierte, private Bildungsinstitutionen mit kantonal anerkannten Abschlüssen waren die Konservatorien vor der Fachhochschul- reform keinem Archivgesetz unterstellt.28 Lediglich die Konservatorien von Fribourg und Neuchâtel waren sogenannte institutions de droit publique. Ihr Status war deshalb durch kantonale Konservatoriumsgesetze geregelt.
Mit der Fachhochschulreform wurden ihre Archivbestände den entsprechen- den kantonalen Archivgesetzen für öffentliche Institutionen unterstellt. Strukturelle, organisatorische (Um-)Brüche wie Fusionen, Standortaufgaben und Umzüge führten teilweise zu Trennungen und Zusammenführungen von Aktenbeständen, die in eini- gen Fällen bis heute nicht abgeschlossen sind (vgl. ehemalige Berufsabteilungen Biel und Winterthur).
Die Archive sind online kaum lokalisierbar. Lediglich das Archiv der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) verfügt über eine eigene Webseite (vgl. Einleitung) und wird auf dem Portal HelveticArchives – die Archivdatenbank der Schweizerischen Nationalbibliothek verzeichnet.29
Der Einbezug von Staatsarchiven
Der Verein Schweizerischer Archivarinnen und Archivare (VSA) hat im Jahre 2009 Empfehlungen für die Archivierung an Fachhochschulen im Papier B1130 formuliert, die unter anderem die Zuordnung von Staatsarchiven als Langzeitarchiv regeln sollen und Vorschläge über die anzubietenden Aktenbestände machen. Für die den
Fachhochschulen angeschlossenen Musikhochschulen sind folgende Staatsarchive zuständig:31

Problematik der Überlieferung bei institutionellen Umbrüchen
In seiner Studie zur Hochschule für Musik in Berlin weist Dietmar Schenk, leitender Archivar an der Universität der Künste Berlin, auf ein konzeptionelles Problem insti- tutioneller Geschichtsschreibung hin. Nach einer «institutionsgeschichtlichen Zä- sur» 32 flacht das historische Interesse an Vorgängerinstitutionen im Allgemeinen rasch ab. In Berlin war dies 1975 die Eingliederung der Hochschule für Musik in die Hochschule der Künste Berlin (heute: Universität der Künste Berlin, UDK).33
Eine ähnliche Tendenz ist in der Schweiz zu beobachten. So ist beispielsweise über die Musikakademie Zürich (gegründet 1891, fusioniert mit Konservatorium und Mu- sikhochschule Zürich 1991), die als zweites Ausbildungsinstitut in der Stadt Zürich existierte, bis heute keine Studie vorhanden (vgl. Musikakademie Zürich).
2. Übersicht über die Archive der Schweizerischen Musikhochschulen
Die folgende Zusammenstellung ist eine erste Feldstudie, da die Ausgestaltungen der Archive der Musikhochschulen beziehungsweise der früheren Konservatorien sehr unterschiedlich sind. Das Ziel der Beschreibungen ist die Lokalisierung der Archive,
die Eruierung der Ansprechpartner, der Stand der Institutionalisierung und der Ko- operation mit den Staatsarchiven für die historischen Unterlagen der Konservatorien. Nicht vorgesehen ist eine detaillierte Bestandsaufnahme, denn diese würde den Um- fang eines Übersichtsartikels sprengen.
2.1 Deutschschweiz
Fachhochschule Nordwestschweiz – Hochschule für Musik, Klassik (Basel)
Geschichte
An der seit 1867 existierenden Musikschule wurde 1905 das erste Konservatorium der Deutschschweiz gegründet. Am 1. August 1954 schlossen sich Musikschule und Konservatorium sowie die 1933 als privates Institut gegründete Schola Cantorum Ba- siliensis zur Musikakademie der Stadt Basel zusammen.34 Durch einen Kooperations- vertrag wurden die Hochschule für Musik und die Schola Cantorum 2008 in die Struk- turen der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) integriert, blieben aber in den- selben Lokalitäten in Basel beheimatet. Dadurch wurde die Struktur der Musikakademie Basel erhalten.35
Archiv
Die Archivbestände der Musikakademie Basel wurden 2008 professionell erschlos- sen. Im Jahre 2016 erfolgte wegen Renovationsarbeiten im Hauptgebäude an der Le- onhardstrasse ein Umzug in Archivräume an der Holbeinstrasse 58 (verantwortlich für die Überführung: Pro Acta GmbH36). Der Umfang der im Archiv aufbewahrten Dokumente beträgt etwa 275 Laufmeter. Als Findmittel37 für die unterschiedlich er- schlossenen Bestände dient eine Excel-Tabelle.
Obschon die Empfehlung von B11 die Musikhochschule der Musikakademie Basel als Teil der FHNW dem Staatsarchiv Aarau zuordnet, liefert die Hochschule aus praktischen und historischen Gründen keine Unterlagen an das Staatsarchiv ab. Die Bestände der Musikakademie mit ihren Teilschulen werden als Einheit gesehen und sollen nicht aufgeteilt werden. Zudem sollen unnötige Kassierungen vermieden werden.
Gemäss Martina Wohlthat, Bibliothekarin in der Vera Oeri-Bibliothek der Mu- sikakademie Basel und Verantwortliche für das Archiv, funktionieren die
institutionsinternen Archivierungsabläufe gut. Dies betrifft auch die Ablieferung von Programmen der Konzertaktivitäten der Hochschule. Für die Betreuung des Archivs stehen ungefähr 20 Stellenprozente zur Verfügung.
Das Archiv ist nicht öffentlich zugänglich. Bei Anfragen gelten die Schutzfris- ten des Archivgesetzes des Kantons Basel-Stadt.38
Bestände
Archiviert sind Unterlagen zur Geschichte der Musik-Akademie Basel und ihrer Vor- gänger-Institutionen seit 1867:
Bestände der Direktion, der Verwaltung, der Lehrinstitute (Musikschule Basel ab 1867, Musikschule und Konservatorium Basel ab 1905, Schola Cantorum Basiliensis ab 1933). Archivgut zum Schulbetrieb, Lehrer-Korrespondenz, Sammlungen von Konzertprogrammen und Vortragsabenden, Abgangszeug- nisse, Diplome, Studierendenkarteien, Prüfungsakten, Akten von Berufungs- verfahren, Anstellungsverträge von Lehrpersonen, Akten zu Instrumenten, Bauakten, Jahresberichte, Plakate sowie Unterlagen zu besonderen Veranstal- tungen wie Meisterkursen etc.39
Hochschule der Künste Bern – Fachbereich Musik
Geschichte
Die 1858 gegründete Musikschule wurde 1927 zu einem Konservatorium erweitert. Die Berufsabteilungen der Konservatorien Bern und Biel wurden 1999 in die Hoch- schule für Musik und Theater Bern integriert. Im Jahre 2002 erfolgte der Umzug aus dem historischen Konservatoriumsgebäude an der Kramgasse in die neu ausgebauten Räume der Kaserne Bern an der Papiermühlestrasse 13 und 2003 die Gründung der Hochschule der Künste Bern (HKB).40
Archiv
In der Korrespondenz mit dem Management der HKB wurden zwei Archivlokalitäten genannt:
⎯ Fellerstrasse
⎯ Papiermühle (Schmitte)41
Die Archivlokale dienen als Zwischenlager für Unterlagen, welche die HKB gemäss Registraturplan alle 10 Jahre an das Staatsarchiv des Kantons Bern abliefert. Digitale Daten aus dem Studierendenadministrationssystem IS-Academia werden einmal pro Jahr durch einen von der Berner Fachhochschule für sämtliche Departemente durch- geführten, automatisierten Prozess an das Staatsarchiv überspielt. Dokumente, welche die HKB für aufbewahrungswürdig hält, aber nicht an das Staatsarchiv gehen, werden ebenfalls in den genannten Lokalen archiviert.42
Eine klar und knapp formulierte Wegleitung zur Umsetzung des HKB-Registratur- plans wurde im September 2012 in Kooperation mit der archiva GmbH43 verfasst.
Bestände
Die historischen Bestände des Konservatoriums Bern (1857–1999) sowie die Be- stände der intermediären Hochschule für Musik und Theater (1928–2004) befinden sich im Staatsarchiv des Kantons Bern. Für die Erschliessung und Überführung der Akten der Hochschule Musik und Theater war die archiva GmbH verantwortlich.44
Ehemalige Berufsabteilung Konservatorium Biel
Geschichte
Die Musikschule Biel wurde 193245 von Wilhelm Arbenz46 gegründet. Trägerschaft war ursprünglich ein Verein, ab 1989 eine Stiftung. Im Rahmen der Umstrukturierun- gen der Fachhochschulreform wurde die Berufsabteilung des Konservatoriums Biel in die HKB integriert und 2004 vollständig nach Bern verlegt.47
Archiv
Gemäss Lionel Zürcher, Leiter der Musikschule Biel, sind die meisten Akten der Berufsabteilung in Biel geblieben.48 Ein Archivplan oder Findmittel existieren nicht.
Bestände
Der Umfang des Bestandes beträgt etwa 3–4 Doppelschränke. Das Archiv enthält Stu- dierendendossiers, Personaldossiers, Konzertprogramme, Publikationen des
Konservatoriums, Zeitungsartikel usw. Erwähnenswert sind umfangreiche, nicht ge- sichtete Unterlagen des Gründers Wilhelm Arbenz. Sie enthalten neben Eigenkompo- sitionen weiteres Dokumentationsmaterial und Tonaufnahmen. Die Archivbestände der ehemaligen Berufsabteilung sind getrennt vom laufenden Archiv der Musik- schule.
Hochschule Luzern – Musik
Geschichte
Das Konservatorium Luzern wurde im Jahre 1942 als Dependance des Konservatori- ums Basel49 gegründet. Ihm angeschlossen war bis 1952 auch eine Unterabteilung für katholische Kirchenmusik.50 Die Internationalen Musikalischen Festwochen Luzern (heute: Lucerne Festival) veranstalteten ergänzend im Sommer Meisterkurse.
Archiv
Für die Departemente der HSLU wurden in Kooperation mit dem Staatsarchiv Luzern detaillierte Aktenführungspläne mit Aufbewahrungsfristen erstellt. Dabei wurde auch festgelegt, wann welche Unterlagen dem Staatsarchiv abgeliefert werden sollen.
Das Zwischenarchiv der HSLU-M Archiv Z18 wird im Sommer 2020 durch den Umzug der Musikhochschule in den neuen Campus (Arsenalstrasse 28a, 6010 Luzern-Kriens) verlegt.51
Bestände
Das historische Archiv des Konservatoriums Luzern sowie die Bestände weiterer Vor- gängerinstitutionen der HSLU-Musik (Jazz-Schule, Akademie für Kirchenmusik) wurden 2015 dem Staatsarchiv des Kantons Luzern abgeliefert. Der umfangreiche Bestand konnte dort wegen mangelnder Kapazitäten noch nicht erschlossen werden. Gemäss Dr. Max Huber, Archivar am Staatsarchiv Luzern, müsste die detaillierte Er- schliessung durch eine Person mit musikalischem Fachwissen erfolgen.52
Folgende Bestände wurden dem Staatsarchiv nicht übergeben:
⎯ Tonaufnahmen
⎯ Unterlagen zu den Meisterkursen der Festwochen/Lucerne Festival (Teil ei-nes Forschungsprojekts)53
⎯ Unterlagen zu den früheren Trägervereinen, die heute weitgehend die Funk-tion von Fördervereinen haben.
Zürcher Hochschule der Künste – Departement Musik
Geschichte
Die Musikschule Zürich wurde 1876 von Friedrich Hegar54 (1841–1927) gegründet. Im Jahre 1907 wurde deren Künstlerschule in Konservatorium umbenannt. Parallel zu Musikschule und Konservatorium existierte in der Stadt Zürich von 1891 bis 1991 die Musikakademie Zürich.
Das Departement Musik der Zürcher Hochschule der Künste entstand aus dem 1999 erfolgten Zusammenschluss der Konservatorien in Winterthur und Zürich sowie deren Integration als Musikhochschule Winterthur Zürich in die als Teil der Zürcher Fachhochschule gegründete Hochschule Musik und Theater Zürich (HMT Z).
Im Jahre 2007 schlossen sich die HMT Z und die Hochschule für Gestaltung Zürich (HGK Z) zur Zürcher Hochschule der Künstezusammen. Die Hochschule blieb jedoch auf über 30 Standorte in Zürich und Winterthur verteilt. Sie zog 2014 in den neuen Campus Toni-Areal in Zürich-West ein.
Archiv
Die Zürcher Hochschule der Künste ist die einzige Kunsthochschule in der Schweiz, die ihr Archiv als eigenständige Institution betreibt.55 Das Archiv ist Teil des Medien- und Informationszentrums (MIZ) und dem Rektorat/Generalsekretariat unterstellt.
Der Vorläufer des heutigen Archivs ist 1974 im Nachgang zum 100-Jahre-Ju- biläum der damaligen Kunstgewerbeschule (später: Hochschule für Gestaltung und Kunst HGK Z) als Dokumentationsstelle entstanden.
Mit der Gründung der ZHdK wurde die Dokumentationsstelle in eine für die gesamte Hochschule zuständige Archivabteilung überführt. Dies bedeutete für das Departement Musik eine wesentliche Verbesserung, denn es verfügte, im Gegensatz zur HGK Z, weder über eine Dokumentationsstelle noch über eine eigene Archivin- stitution. Historische Archivalia, die teilweise aus dem 19. Jahrhundert stammten und bis in die 1990er Jahre reichten, wurden vom Konservatorium und von der Musik- hochschule Zürich in einem Kellermagazin im Hauptgebäude an der Florhofgasse 6 aufbewahrt.
Die Bibliothek des Konservatoriums konnte aus räumlichen und personellen Kapazitätsgründen keine Archivfunktion übernehmen. Nachlässe von
Persönlichkeiten wie Friedrich Hegar56 und Volkmar Andreae,57 die als Direktoren die Geschichte und die Entwicklung des Konservatoriums geprägt haben, wurden dem Stadtarchiv Zürich oder der dafür spezialisierten Musikabteilung der Zentralbiblio- thek Zürich übergeben. Das heutige MIZ und das Archiv der ZHdK verfügen dennoch über einige Teilnachlässe aus Schenkungen.
Grundlagen für die Archivierung an der ZHdK sind die Weisung (s. o.) und die im Intranet zugänglichen Archivierungsrichtlinien. Für deren Umsetzung betreibt das Archiv eine Politik des bottom-up und berät alle Departemente innerhalb der Schule sowohl für Verwaltungsakten als auch für die Erhaltung und Archivierung künstleri- scher Erzeugnisse. Weil die Ressourcen des Archivs mit 230 VZÄ (Mitarbeitende mit Teilzeitpensen) beschränkt sind, müssen die Archivierungsprozesse für die gesamte Hochschule pragmatisch ablaufen. Grundsätzlich orientiert sich das Archiv an der Ar- chivgesetzgebung und den Archivverordnungen des Kantons Zürich und den VSA- Standards. Verwaltungsschriftgut wird im Zwischenarchiv nach dem Standard I- SAD(G) verzeichnet.
Das offizielle Dokumentationsprofil des ZHdK-Archivs umfasst die folgenden vier Punkte:58
⎯ Geschäfts- oder Verwaltungsakten
⎯ Künstlerisch-wissenschaftliche Werke und Prozesse sowie die dazugehöri-gen Dokumentationen
⎯ Dokumentationen zu Lehre und Forschung
⎯ Dokumentationen zu Ausstellungen, Veranstaltungen und Aufführungen
Bestände
Die klimatisierten Archivräume für Sammlungen im Toni-Areal erlauben nun die fachgerechte Konservierung verschiedenartiger Medien, u.a. historische Tonbänder (Bestände von Audiodokumenten von Musikakademie, Konservatorium und Musik- hochschule Zürich 1965–1995).
Bedeutende Quellen für externe Anfragen sind die ab ca. 1920 geführte Kartei der Studierenden sowie das Periodikum Bindebogen des Konservatoriums, erschienen zwischen 1931 und 1999.
Als Unterrichtsdokumentation werden schriftliche Abschlussarbeiten der Stu- dierenden aufbewahrt.
Das Archiv verfügt über zwei digitale Sammlungsplattformen:
⎯ eMuseum59 (Datenbanksystem TMS mit Webportal eMuseum und Einspei-sung in den Swisscovery-Verbundkatalog (SLSP)
⎯ Medienarchiv der Künste – Eigenentwicklung ZHdK60
Ablieferungen an das Staats- und Stadtarchiv Zürich
Die ZHdK ist als Teil der Zürcher Fachhochschule gemäss dem Papier B11 dem Staatsarchiv des Kantons Zürich zugeordnet, mit dem 2010 eine Vereinbarung über die Ablieferung von Verwaltungsakten abgeschlossen worden ist.61
Nach dem Umzug ins Toni-Areal 2014 wurden historische Verwaltungsbe- stände der Vorgängerinstitutionen im Fachbereich Musik an folgende Archive zum Zweck der Endarchivierung übergeben:
⎯ Konservatorium Zürich und Musikakademie (Zeitraum vor 2000) > Stadtar-chiv Zürich
⎯ Hochschule Musik und Theater Zürich (HMT Z), Periode 2000–2007 > Staatsarchiv des Kantons Zürich
Diese Bestände sind noch nicht erschlossen und daher nicht online einsehbar.
Ehemalige Berufsabteilung am Konservatorium Winterthur (1942–2014)
Geschichte
Die Musikschule in Winterthur wurde 1873 als Teil des Musikkollegiums Winterthur gegründet. Ab 1921 existierten erste Ausbildungsklassen.62 Im Jahre 1942 wurde eine Berufsabteilung eingerichtet, die sich unter den Direktoren Karl Matthaei, Willi Gohl und Fritz Näf erfolgreich etablierte.63
Weil die Berufsabteilung des Konservatoriums Winterthur nicht die geforderte Grösse von 250 bis 300 Studierenden erreicht hätte (die Zahlen lagen mit ca. 230 Studierenden knapp unter dem im Profil für Musikhochschulen geforderten Mini- mum), schlossen sich die Konservatorien von Zürich und Winterthur 1999 zur Musik- hochschule Winterthur Zürich unter dem Dach der neu gegründeten Hochschule für Musik und Theater Zürich (HMT Z) zusammen; diese war Teil der Zürcher Fach- hochschule. Anfänglich sollten beide Berufsschulen in Winterthur und Zürich erhal- ten bleiben, doch mit der Realisierung des Projekts Campus Toni-Areal wurden 2014 über 30 Standorte (Musik, Theater, Tanz, Kunst, Gestaltung) der 2008 gegründeten
Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) an einem Standort konzentriert. Die Berufs- ausbildung in Winterthur wurde definitiv nach Zürich verlegt.
Archiv
Das Archiv des Konservatoriums Winterthur befindet sich im Untergeschoss des Ge- bäudes an der Tössertobelstrasse 1 (Archivraum mit Compactus). Neben dem Archiv der heutigen Musikschule befinden sich dort auch Teile des Tonarchivs des Musik- kollegiums Winterthur.
Bestände
Die Diplomunterlagen der Berufsabteilung sind ab 1943 überliefert und beinhalten neben einer Diplomkopie auch die Prüfungsnoten und -programme. Das Archiv ent- hält weiter Ordner mit Programmen, Schulleitungsprotokollen, Subventionsverhand- lungen, Abstimmungskampagnen, Studienwochen, Korrespondenz mit Dozenten, Statistiken über die Anzahl der Studierenden, Schülerkarteien, (obsolete) Computer- disketten und Lochkarten.
Im Jahre 2014 wurden neuere Studierendendossiers nach Zürich ins Archiv der ZHdK transferiert. Das Musikkollegium behielt jedoch die Diplomunterlagen von 1943 bis 1999, um die Berufsabteilung in Winterthur weiterhin dokumentieren zu können.
Musikakademie Zürich (1891–1991)
Eine weitere Vorgängerinstitution des Departements Musik der ZHdK war die 1891 ursprünglich als Schweizerische Akademie der Tonkunst gegründete Musikakademie Zürich.64 Sie wurde 1991 mit Konservatorium und Musikhochschule Zürich zusam- mengelegt. Über die 100-jährige Geschichte dieser Institution gibt es bis heute keine Studie. Ein einheitlicher Archivbestand existiert nicht, bruchstückhaft überlieferte Unterlagen sind an mehreren Orten verteilt (Stadtarchiv Zürich, Schweizerische Na- tionalbibliothek).
Projekt der Bestandesaufarbeitung an der ZHdK
Für eine 2025/26 geplante Jubiläumspublikation über die professionelle Musikausbil- dung im Kanton Zürich werden am Departement Musik der ZHdK zurzeit folgende Quellen in verschiedenen Archiven lokalisiert und digitalisiert:
⎯ Bindebogen – Mitteilungsblatt des Konservatoriums Zürich (1931–1999)
⎯ Jahresberichte Konservatorium Zürich (1875–2000)
⎯ Mitteilungsblatt der Musikakademie (1937–1964)
⎯ Studierendenkartei Konservatorium Zürich
⎯ Diplomunterlagen Konservatorium Winterthur (1943–1999)
Ein Teil der Dokumente soll auf dem Portal ZOP – Zurich Open Platform der Zent- ralbibliothek Zürich online gestellt werden.65
2.2 Suisse Romande
Haute école de musique de Genève
Geschichte
Das 1835 gegründete Conservatoire de musique de Genève (CMG) ist die älteste Mu- sikausbildungsstätte in der Schweiz. Im Jahre 1971 wurde die Berufsabteilung zum Conservatoire supérieure, die 2009 als Haute école de musique de Genève (HEM GE) Teil der Haute école spécialisée de Suisse occidentale (HES-SO) wurde.
Archiv
Das Archiv ist der 1852 gegründeten Bibliothek66 angeschlossen. Durch die aktuell stattfindende Renovation des 1856–1858 erbauten und 1979 unter Denkmalschutz ge- stellten Konservatoriumsgebäudes an der Place Neuve 567 musste das Archiv in das aktuelle Lokal an der Rue de Hollande 12 evakuiert werden. Dieser Umzug wurde durch den Genfer Zivilschutz durchgeführt. Gemäss Jacques Tchamkerten, dem Lei- ter der Bibliothek und Verantwortlichen für das Archiv, hat dies sehr gut funktioniert und bedeutete für die Truppe eine wichtige, praktische Übung auf dem Gebiet des Kulturgüterschutzes.68
Das Archiv des CMG ist nicht öffentlich, Besichtigungen sind auf Anfrage an die Bibliothek des CMG möglich.
Bestände
Das Archiv enthält Unterlagen seit der Gründung des Konservatoriums. Vollständig überliefert sind die Prüfungsprotokolle, wodurch die Studienverläufe der Studieren- den zurückverfolgt werden können. In den inventarisierten historischen Beständen be- finden sich keine Studierendendossiers.
Von Januar 1980 bis Mai 1981 wurden umfangreiche historische Bestände von 1835 bis 1960 durch Catherine Santschi, Staatsarchivarin des Kantons Genf, sowie zwei Studierende der Ecole de Bibliothécaires de Genève (heute: Haute école de ges- tion Genève HEG > département Information documentaire) erschlossen.69 Dieses In- ventar (Typoskript) kann in der Bibliothek des CMG eingesehen werden.70 Es ist we- der digitalisiert noch online abrufbar. Das Inventar ist nach einer alphabetischen Sig- natur (cote ou désignation d’inventaire alphabétique) aufgebaut. Innerhalb einer Signatur sind die Dokumente in chronologischer Reihenfolge aufgelistet und be- schrieben. Zusätzlich wurden in zwei Ordnern je ein Personen- und ein Themenindex erstellt, die in der Bibliothek des CMG konsultiert werden können.
Seit 1960 haben sich Probleme in der administrativen Überlieferung ergeben. So können die früher verwendeten Lochkarten für die Verwaltung der Studierenden nicht mehr gelesen werden und Computerdaten aus der Zeit der Informatisierung der Administration in den 1990er Jahren sind obsolet und somit kaum mehr für archivi- sche Zwecke verwertbar.
Digitalisierung
Die Protokolle des Comité du Conservatoire von 1835 bis 1942 wurden von Prakti- kanten der Bibliothek des CMG digitalisiert. Diese bilden die bedeutsamste Doku- mentation für die Entwicklung der gesamten Institution.
Das Archiv des CMG ist am Projekt onstage beteiligt (vgl. 4.1).
Trennung von CMG und HEM GE
Im Jahre 2009 haben sich das Conservatoire de musique de Genève und die Haute école de musique de Genève vollständig getrennt. Das CMG existiert als Fondation de droit privé weiter, die HEM GE hat sich als Fondation de droit public der HES- SO angeschlossen. Die Bibliothek und das Archiv sind im Besitz des CMG geblieben, wobei sich die HEM GE weiterhin am Budget der Bibliothek beteiligt (Beitrag an die Löhne der Bibliothekare, überwiegender Anteil am Beschaffungskredit). Etwa 80% der Bibliotheksnutzenden sind Studierende oder Dozierende der HEM GE. Das histo- rische Archiv wird weiterhin von der Bibliothek des CMG verwaltet. Durch die Tren- nung des CMG und der HEM GE ist jedoch ein ‹Archivbruch› entstanden. Seit 2009 werden keine Unterlagen der HEM GE an das Archiv des CMG mehr abgeliefert. Als Langzeitarchiv der HEM GE als Teil der HES-SO ist das Staatsarchiv Genf (Archives
d'État de Genève) vorgesehen (vgl. B11). Gemäss Odile Niederhauser,71 der Verant- wortlichen für Archivierung und Dokumentation an der HES-SO, sind in dieser Hin- sicht noch manche Fragen ungeklärt, so dass bisher, nach mehr als zehn Jahren seit der Trennung der beiden Institutionen, noch keine Ablieferungen der HEM GE an das Staatsarchiv Genf stattgefunden haben. Somit ist die Regelung von Zwischenarchiv und Langzeitarchiv noch nicht abschliessend in die Praxis umgesetzt.
Haute école de musique de Genève – Site Neuchâtel
Geschichte
Die Berufsabteilung des 1918 gegründeten Conservatoire de musique de Neuchâtel wurde 2009 in die Haute école de musique de Genève integriert. Administrativ ist sie der HEM GE unterstellt, sie wird jedoch vom Kanton Neuchâtel finanziert.72
Archiv
Die Hochschule teilt sich den Archivraum im Untergeschoss des Hochschulgebäudes mit der Haute école de gestion de Neuchâtel und dem Conservatoire de musique neuchâtelois.73 Gemäss Direktor René Michon archiviert die Hochschule diejenigen Dokumente, deren Aufbewahrung gesetzlich vorgeschrieben ist und die für den Be- trieb der Hochschule nötig sind.74
Die Archivierung der Studierendendossiers erfolgt durch das Studiensekreta- riat. Akademische Arbeiten werden von der Bibliothek aufbewahrt.
Bestände
⎯ Studierendendossiers (erhalten ab den 1980er Jahren)
⎯ Musikgeschichtsarbeiten (1983–2010)
⎯ Pädagogikarbeiten (1989–2009)
⎯ Bachelorarbeiten (ab 2009)
⎯ Masterarbeiten (ab 2010)
Das Conservatoire de musique de Neuchâtel wurde 1982 kantonalisiert. Dies hatte zur Folge, dass wichtige Unterlagen beim Kanton archiviert wurden. Dokumente aus der Gründungszeit des Conservatoire konnten vor Ort nicht festgestellt werden. Histori- sche Bestände sind verteilt auf die Archives de l’état Neuchâtel und die Bibliothèque
publique et universitaire BPUN. Ein grösseres Dossier mit Unterlagen zum Conser- vatoire befindet sich in letzterer unter der Signatur BPUN 6R 68.75 Ein einheitlicher Bestand existiert nicht.
Ehemalige Berufsabteilung des Conservatoire de musique de La Chaux-de- Fonds
Geschichte
Im Kanton Neuchâtel existierte am 1927 gegründeten Conservatoire de La Chaux-de- Fonds eine zweite Berufsabteilung. Diese wurde im Rahmen der Fachhochschulre- form in den Jahren 2010/11 aufgelöst. 76 Die allgemeinen Musikschulen von Neuchâtel und La Chaux-de-Fonds werden heute an zwei Standorten unter demselben administrativen Dach des Conservatoire de musique neuchâtelois (CMNE) geführt.
Archiv
Das Archiv dieser früheren Berufsabteilung in La Chaux-de-Fonds konnte nicht vor Ort untersucht werden. Ein einheitlicher Bestand existiert nicht.77, 78
Bestände
Für das Studium der Entwicklung der Konservatorien in Neuchâtel und La Chaux-de- Fonds sind die historischen Periodika Pages musicales79 – Neuchâtel, Musique80 – La Chaux-de-Fonds und Duetto 81 (gemeinsames Bulletin Neuchâtel-La Chaux-de- Fonds-Le Locle) die zuverlässigsten Quellen.
Haute école de musique de Lausanne82
Geschichte
Die 1861 als Institut de musique gegründete Musikschule wurde 1910 zum Conser- vatoire de Lausanne (Institut de musique) mit von Stadt und Kanton anerkannten Dip- lomen.83
Archiv
Das Archiv der Haute école de musique de Lausanne (HEMU) und des Conservatoire de musique de Lausanne befindet sich im Untergeschoss des Hauptgebäudes. Es wird verwaltet von Paolo Boschetti (CAS ALIS Uni Bern), dem Leiter der 1941 gegründe- ten Bibliothek des Conservatoire.
Die historischen Unterlagen von 1860 bis 1990 wurden aus Platzmangel in mehreren Ablieferungen den Archives cantonales vaudoises (ACV) übergeben. Der frühere Leiter des Staatsarchivs, Gilbert Coutaz, hat seine Hilfe bei der Erschliessung weiterer Bestände des Archivs angeboten, doch momentan möchte die Administration des Conservatoireund der HEMU keine weiteren Unterlagen abliefern, weil die Ein- sicht in Unterlagen im Staatsarchiv umständlich und zeitaufwendig sei. Der histori- sche Bestand in den ACV ist über die Webseite der Bibliothek verlinkt.84
Der Aufbau und die Gliederung des Archivs sind von Paolo Boschetti konzi- piert worden. Jedes Jahr findet ein interner Ablieferungstag statt. Die verschiedenen Bestände sind nach Zonen aufgeteilt und die Schachteln mit Farben gekennzeichnet, so dass jede Abteilung ihren Bereich leicht erkennen kann. Die Anordnung der Schachteln ist chronologisch, der Inhalt alphabetisch.
Bestände
⎯ Diplome (alles in Papierform, analog)
⎯ Prüfungsunterlagen
⎯ Bachelor- und Masterarbeiten
⎯ Geschäftsunterlagen (Aufbewahrung für zehn Jahre): Bei der Ablieferung wird das Kassierungsdatum schon auf der Schachtel vermerkt.
Gemäss Paolo Boschetti liefert die Kommunikationsabteilung der HEMU seit länge- rem keine Unterlagen mehr an das Archiv ab und behält ihre digitalen Dokumente auf einem Explorer-Laufwerk der Hochschule. Somit drohen in Zukunft Dokumentati- onslücken. Dies sei besonders bedauerlich vor dem Hintergrund, dass an der HEMU
anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Conservatoire die Plattform onstage zur digitalen Archivierung und Auswertung von music performance ephemera entwickelt worden ist. Dieses Projekt wurde von der Abteilung Recherche appliquée et dévelop- pement (RA&D)85 der HEMU und RISM Schweiz86 durchgeführt (vgl. 4.1).
Haute école de musique de Lausanne – Site de Fribourg87
Geschichte
Die Berufsabteilung des 1904 gegründeten Conservatoire de Fribourg hatte nicht die Grösse, um den Status als Fachhochschule zu erlangen. Nach anfänglichen Verhand- lungen mit der Hochschule für Musik und Theater Bern kam es zum Zusammen- schluss mit der Haute école de musique de Lausanne.88 Die Berufsabteilung am Stand- ort Fribourg blieb im selben Gebäude mit der allgemeinen Abteilung der Musikschule.
Archiv
Das Archiv befindet sich in einer Compactusanlage im Untergeschoss des Gebäudes des Konservatoriums.
Schülerinnen und Schüler des Konservatoriums sind ab 1913 registriert. Auf- fallend ist: Erst von 1973 bis 2008 werden Akten der Berufsstudierenden separat von der allgemeinen Abteilung archiviert. Offenbar stieg die Anzahl Studierender in den Berufsklassen in den 1970er Jahren stark an. Ab 2008 werden die Studierendendos- siers unter dem Überbegriff ‹HEM-HEMU dès 2008› geführt.
Bestände
⎯ Studierendendossiers
⎯ Prüfungsprotokolle
⎯ Musikgeschichtsarbeiten
⎯ Pädagogikarbeiten
⎯ Bachelorarbeiten (seit 2008)
⎯ Masterarbeiten (seit 2008)
Dokumentationsmaterial zu Aktivitäten der Hochschule wie Konzertprogramme, Flyer usw. werden nicht konsequent archiviert. Ein Findmittel gibt es in diesem über- sichtlich geführten Kleinarchiv momentan nicht.
Derzeit finden keine Ablieferungen an das Staatsarchiv statt. In den Archives de l'Etat de Fribourg finden sich auch historische Unterlagen zum Conservatoire. An- lässlich des 100-jährigen Jubiläums hat der Autor der zweisprachigen Jubiläums- schrift Conservatoire Fribourg / Konservatorium Freiburg, Jean-Blaise Monney, ein Inventaire du fonds ‹Conservatoire de musique› aux Archives de l’Etat erstellt. Dieser Bestand ist jedoch im Online-Katalog des Staatsarchivs Fribourg nicht einsehbar.
Haute école de musique de Lausanne – Site de Sion
Geschichte
Das 1949 gegründete Conservatoire cantonal de Sion besass eine Laienabteilung und eine kleinere Berufsabteilung. In den 1960er Jahren gründete der ungarische Violinist Tibor Varga (1923–2003) in Sion das Festival Tibor Varga und den gleichnamigen Violin-Wettbewerb. Nachdem Varga 1989 eine Professur an der Musikhochschule Detmold aufgegeben hatte, erhielt er am Conservatoire cantonal de Sion die Möglich- keit zum Aufbau einer Meisterklasse (Département supérieur des archets), verliess aber aufgrund administrativer Querelen diese Institution 1992 und gründete danach die Ecole supérieure de Musique de Sion. Diese wurde 2001 in Conservatoire supéri- eur et Académie de musique Tibor Varga à Sion (CSAMTV) umbenannt89 und mit der Berufsabteilung des Conservatoire cantonal de Sion zusammengelegt. Im Jahre 2008 erfolgte die Integration in die Strukturen der Haute école de musique de Lausanne (HEMU), da das CASMTV aufgrund zu geringer Studierendenzahlen keine Aussicht auf die Erteilung des Fachhochschulstatus hatte.90
Bei der HEMU – Site de Sion handelt es sich heute um eine Abteilung mit ca.
60 Studierenden.
Archiv
Das Archiv befindet sich in der Hochschule und wird vom Studiensekretariat ge- führt.91 Es enthält Dokumente ab 2003.
Die Unterlagen des Conservatoire cantonal und des CSAMTVwurden anläss- lich der Fusion nicht zusammengeführt.92 Am Conservatoire cantonal konnte bei der dortigen Schulverwaltung in Erfahrung gebracht werden, dass kaum Dokumente vor
dem Jahr 2000 aufbewahrt werden.93 Die Archive der Ecole supérieure de Musique de Sion waren gemäss Vincent Arlettaz, Musikwissenschaftler und Mitarbeiter von Tibor Varga von 1996 bis 1999, «fort rares.»94
Bestände
Als Teil der Haute école de musique de Lausanne werden überwiegend die Dossiers der diplomierten Studierenden archiviert. Dossiers von Dozierenden befinden sich in der Zentrale in Lausanne (Personalverwaltung). Der Bestand in Sion umfasst etwa 45 Archivschachteln.
Lesenswerte Abschlussarbeiten (Bachelor, Master) werden der Médiathèque Valais95 zur Aufbewahrung übergeben. Flyer und Programme von Konzertaktivitäten werden teilweise aufbewahrt, jedoch nicht systematisch. Wie Fribourg ist Sion nicht Teil des von der HEMU initiierten onstage-Projektes.
Im Sommer 2020 hätte ein plan de classement erarbeitet werden sollen, aber die Covid-19-Krise verhindert dies momentan. Dem Staatsarchiv des Kantons Wallis werden keine Akten angeboten.
2.3 Tessin
Conservatorio della Svizzera italiana96
Geschichte
Das Conservatorio della Svizzera italiana (CSI) wurde 1985 von Armin Brenner ur- sprünglich als Accademia di Musica della Svizzera Italiana gegründet. Es ist die jüngste der aktiven Institutionen, die in der Schweiz professionelle klassische Musi- kerinnen und Musiker ausbilden. Als Stiftung mit öffentlichem Auftrag ist die Abtei- lung Scuola universitaria di musica/University of Music (SUM) seit 2006 der Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) angeschlossen.
Archiv
Als Aufbewahrungsort dient die Bibliothek der Hochschule. Direktor Christoph Bren- ner zufolge bewahrt das CSI die Geschäftsunterlagen gemäss den gesetzlichen Vor- gaben auf (Kassierung nach 10 Jahren). Da die SUPSI nicht dem Staatsarchiv des
Kantons Tessin zugeordnet ist (vgl. B11), liegt die Archivierung in der Verantwortung des CSI. Ablieferungen an das Staatsarchiv des Kantons Tessin sind nicht vorgesehen.
Bestände
Die Studierendendossiers und Diplomunterlagen sind von der Gründung an vollstän- dig vorhanden. Ebenso werden die Abschlussarbeiten der Studierenden dauerhaft auf- bewahrt.
Das CSI verfügt über ein im Hause entwickeltes, flexibles Verwaltungstool (‹Amadeus›) und strebt die Einführung eines vollständig digitalen Studierendendos- siers an. Die älteren Diplomunterlagen sollen vollständig retrodigitalisiert werden. Das Verwaltungssystem ist durch Back-ups auf einem Server der Università della Svizzera italiana (USI) gesichert.
2.4 Die Konferenz der Musikhochschulen der Schweiz97
Die Geschichte dieses seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (möglicherweise ab 1918) existierenden Gremiums der Direktorinnen und Direktoren der Schweizer Mu- sikhochschulen beziehungsweise der früheren Konservatorien ist bis heute nicht er- forscht.98 Durch den Austausch unter den Leitungspersonen spielte es eine aktive Rolle bei der Ausgestaltung und Weiterentwicklung der Berufsausbildung an den Konservatorien und hatte eine bedeutende Funktion bei der Ausarbeitung des Profils für Musikhochschulen sowie der Umsetzung der Bologna-Studienreform.
An welchen Orten sich weitere historische Unterlagen befinden, müsste geklärt werden. Für die Dokumentation der Entwicklung der professionellen Musikausbil- dung in der Schweiz wäre die physische oder digitale Zusammenführung sämtlicher KDSK-Akten wünschenswert.
3. Vergleich mit Archiven ausgewählter Musikhochschulen im Ausland
Ein Blick ins Ausland zeigt: Archiven von Musikhochschulen wird ein unterschiedli- ches Gewicht beigemessen. Sie sind teilweise eigene Forschungsinstitute mit dem Auftrag, die eigene Institutionsgeschichte möglichst vollständig zu rekonstruieren und öffentlich darzustellen. Es existieren teilweise ambitionierte Konzepte zur dokumen- tarischen Nutzung der hochschuleigenen Archivbestände. Im Folgenden sollen Be- sonderheiten dieser Hochschularchive vorgestellt werden. Die Informationen dazu be- ruhen ausschliesslich auf Internetrecherchen.
3.1 Österreich
In Österreich haben die drei bedeutendsten Universitäten für Musik Archive, die on- line erkennbar sind:
⎯ Universität für Musik und darstellende Kunst Wien99
⎯ Universitätsarchiv – Kunstuniversität Graz100
⎯ Universität Mozarteum (Salzburg) – Archiv/Dokumentation101
⎯ Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Wien ist eine der bedeutendsten Musikmetropolen der Welt. Ihre zahlreiche Musikin- stitutionen verfügen über bedeutende Bestände der jahrhundertealten Musikkultur der Stadt. Die Institutionalisierung des Archivs der Musikhochschule – gegründet 1817 als Conservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, als Musikakademie verstaatlicht 1909 – erfolgte erst im Jahre 1993.102 Seither wurden zahlreiche Be- stände zusammengetragen und sogar Unterlagen aus Staatsarchiven in das Archiv der Hochschule reintegriert. Heute ist das Archiv der Universität für Musik und darstel- lende Kunst Wien (mdw) eine Forschungsstelle, die sich hauptsächlich der Aufarbei- tung und Dokumentation der Geschichte der mdw und ihrer Vorgängerinstitutionen widmet. Angestrebt wird die Vervollständigung der noch lückenhaften Bestände, wo- für auch aktiv Unterlagen früherer Studierender gesammelt werden. Zum 25-jährigen Jubiläum des Bestehens des Archivs wurde im mdw-webmagazin ein ‹crowdsourcing- mässiger› Aufruf veröffentlicht:
Wanted! Das Archiv ist zur Erweiterung seiner Bestände auf der Suche nach persönlichen Memorabilien aus Studien-, Unterrichts- und Verwaltungstätig- keit an der mdw.103
Lynne Heller und Erwin Strouhal, beide leitende Archivare an der mdw, beschrieben 2016 die Situation folgendermassen:
Positiv formuliert sind durch Schlampereien der Vergangenheit immer wieder neue überraschende Funde in den Beständen möglich. Bei aller Freude über das Auftauchen verloren geglaubter oder gar gänzlich unbekannter Doku- mente wäre wohl zu bevorzugen, sich auf eine bessere Protokollierung des Ak- tenmaterials verlassen zu können.104
Das Archiv ist nach dem Internationalen Standard ISDIAH, die Bestände sind nach ISAD(G) beschrieben. Das Archiv folgt damit den Umsetzungsempfehlungen zu I- SAD(G) und ISDIAH des Verbandes Österreichischer Archivarinnen und Archivare (VÖA).105
Die Archivbeschreibung und die Bestandslisten sind im Internet einsehbar.
3.2 Deutschland
Auf der Seite der Deutschen Orchestervereinigung konnten von 24 Hochschulen drei online erkennbare Archivinstitutionen festgestellt werden. Sie befinden sich auf dem Gebiet der neuen Bundesländer, wobei die Universität der Künste (UDK) im ehema- ligen West-Berlin angesiedelt ist:
⎯ Universität der Künste Berlin (UDK Berlin)
⎯ Hochschule für Musik und Theater Leipzig
⎯ Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
Diese Onlinerecherche deckt sich zudem mit dem Übersichtsverzeichnis der deut- schen Musikarchive nach 1945.106
Leipzig: Archiv der Hochschule Musik und Theater ‹Felix Mendelssohn Bartholdy›
Das Archiv der 1843 vom Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy gegründeten und somit ältesten Musikhochschule Deutschlands ist online gut auffindbar. Der Auf- bau ist nach historischen Abschnitten der Hochschulgeschichte gegliedert:107
Bestand A – Akten des Konservatoriums 1843–1945
Bestand B – Akten der Hochschule für Musik 1945–1992
Bestand C – Akten des Deutschen Theaterinstituts und der Theaterhoch- schule 1945–1992
Bestand D – Akten der Hochschule für Musik und Theater ‹Felix Mendels- sohn Bartholdy› ab 199
Auffallend sind der hohe Grad der Digitalisierung sowie die Anstrengungen, histori- sche Archivbestände dem interessierten Publikum online zur Verfügung zu stellen. Die Unterlagen des Bestandes A (1843–1945) unterstehen keinen Schutzfristen mehr, sind digitalisiert und online einsehbar.108 Anlässlich des 175-jährigen Bestehens der
Hochschule 2018 wurde ein Historischer Kalender109 erstellt. Darin sind mit digitali- sierten Beständen aus Archiv und Bibliothek Ereignisse aus der Geschichte der Hoch- schule lebendig illustriert.
Das Programm Sachsen Digital110 ist federführend bei der Digitalisierung. Bei diesem 2014 initiierten und mit jährlich 2,5 Millionen Euro dotierten Programm des Freistaates Sachsen stehen gemäss der Mitteilung vom 20.08.2014 anlässlich der Lan- cierung des Programms «Digitalisierung von kulturell wichtigem Schriftgut, Erwerb von elektronischen Büchern und Zeitschriften sowie Langzeitsicherung im Fokus».111 Das Programm steht unter der Leitung der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.
3.3 Frankreich
Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris
Das Konservatorium in Paris (CNSMDP) ist nicht nur eine der renommiertesten, son- dern mit über 200 Jahren auch eine der weltweit ältesten Ausbildungsstätten für Be- rufsmusikerinnen und Berufsmusiker. Im Jahre 1795 als rein staatliche Schule gegrün- det, wurde das Conservatoire Vorbild für weitere Gründungen in Europa und ist heute eine der weltweit führenden Ausbildungsstätten.
Das Archiv wurde 2001 eine eigenständige Abteilung, nachdem es davor in einer documentation et archives genannten Doppelabteilung angesiedelt gewesen war.112 Seit 2017 ist das Archiv des CNSMDP in der Médiathèque Hector Berlioz et centre des archives zusammengelegt.113
Im Jahre 1990 zog das CNSMDP in ein neues, speziell für die Musikausbil- dung konzipiertes Gebäude, das im zweiten Untergeschoss Archivräume für 550 Laufmeter Akten erhielt.114 Im Vorfeld des Umzuges wurden umfangreiche histori- sche Unterlagen dem Nationalarchiv angeboten. Bereits im Jahre 1963 übernahm es sämtliche Bestände, die vor dem 31. Januar 1925 datierten, weil das CNSMDP noch nicht über die räumlichen und technischen Ressourcen für die dauerhafte Erhaltung verfügte. Davon ausgenommen waren diejenigen Unterlagen, die von der
Administration des Conservatoire im Alltag noch benötigt wurden.115 Die Webseite des Centre des Archives macht genaue Angaben über die Ablieferung von Beständen an die Archives nationales (AnF) sowie die intern aufbewahrten Dokumente.116 In den AnFbefinden sich historische Bestände des CNSMDP über die Zeitspanne von über 200 Jahren (1784–2006).117
Der Zugang zu den Quellen des CNSMDP wird durch mehrere akribisch er- stellte Verzeichnisse erleichtert, was in der Musikgeschichte einmalig ist. Das be- kannteste ist Le Conservatoire national de musique et de déclamation, documents his- toriques et administratifs, verfasst von Constant Pierre (1855–1918).118 Aus Anlass der Teilnahme der künstlerischen Ausbildungsstätten von Paris an der Weltausstel- lung im Jahre 1900 entschied die Leitung des Conservatoire, ein Verzeichnis über die Aktivitäten der Institution seit der Gründung ausarbeiten zu lassen:
La Commission d'organisation du Groupe I, Classe 4 (Enseignement spécial artistique) de l’Exposition universelle de 1900, avait, dans le programme de la section des arts de la musique et du théâtre, dont j'étais président, émis le voeu que le Conservatoire national de musique et de déclamation exposât, en plus des travaux de ses professeurs et de ses élèves, une collection aussi com- plète que possible de documents relatifs à l'histoire de cette institution, depuis son origine – 16 thermidor an III – jusqu'à nos jours.119
Das Verzeichnis sollte enthalten:
[…] la liste des professeurs qui ont enseigné au Conservatoire depuis un siècle, avec l'époque de leur entrée en fonctions, de leur retraite ou de leur mort; la liste des élèves qui en sont sortis avec distinction, avec quelques notes sur la carrière des plus brillants; l'historique du Conservatoire depuis sa fon- dation; des documents très précis sur ce qu'ont été et ce que sont les concours, avec, pour chaque enseignement, le nom des professeurs, le nombre des élèves concurrents, le nom des lauréats, l'indication des sujets de concours, etc.[…]120
Constant Pierres Verzeichnis ist nach wie vor das Standardwerk für Quellenforschung zum Conservatoire, dient als Basis für ergänzende Studien und Verzeichnisse121 und ist auf dem Portal Gallicader Bibliothèque nationale konsultierbar.122 Digitalisate sind auf der Webseite des CNSMDP nicht ausgewiesen. Gallica enthält jedoch zahl- reiche digitalisierte Elemente aus den Beständen der Bibliothek des CNSMDP.
3.4 Vereinigte Staaten von Amerika
New England Conservatory, Boston
Das 1867 (im selben Jahr wie die Musikschule Basel) in Boston (Massachusetts) ge-
gründete New England Conservatory (NEC) ist die älteste Ausbildungsstätte für an- gehende Berufsmusikerinnen und -musiker in den Vereinigten Staaten. Das NEC, eine independent, not-for-profit institution,123 erhielt zum Aufbau des Archivs im Jahre 2002 eine finanzielle Unterstützung der National Historical Publications and Records Commission (NHPRC).124 Diese Abteilung der National Archives wurde 1934 ins Le- ben gerufen und berät Privatpersonen sowie private Organisationen dabei, Archivbe- stände zu sichern oder zu veröffentlichen und kann zur Umsetzung von Archivie- rungsprojekten auch zweckgebundene Subventionsbeiträge vergeben.125
Als digitale Plattform für die Onlinestellung von music performance ephemera und weiteren Archivalia verwendet das NEC die irplus . Institutional Repository Soft- ware126. Diese ist an der University of Rochester entwickelt worden.
Dem Archiv wird eine führende Rolle für das gesamte Records management der Institution beigemessen. Der 151-seitige NEC retention schedule regelt detailliert und transparent die Archivierung sämtlicher Bereiche und Abteilungen der Hoch- schule.127
4. Digitalisierungsprojekte an Schweizer Musikhochschulen
Die Dokumentation der neben der Lehre stattfindenden künstlerischen Aktivitäten ei- ner Musikhochschule ist überlieferungsrelevant. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die sogenannten music performance ephemera, die bedeutendes Quellenmaterial für die Erforschung der Aktivitäten von Musikinstitutionen wie Orchester, Opernhäuser oder Musikhochschulen darstellen. Ihre Aus- und Bewertung ist seit den 1980er Jah- ren vermehrt in musikwissenschaftlichen Projekten in den Vordergrund der Quellen- forschung gerückt.128 Die Retrodigitalisierung dieser Primärquellen entspricht einem wachsenden Bedürfnis der Forschungsgemeinschaft.
Inwieweit music performance ephemera Archiv- oder Sammlungsgut zuzu- rechnen sind, ist in der Literatur nicht eindeutig definiert.129 Die Ephemera Society of America versteht unter ephemera «a broad range of minor (and sometimes major) everyday documents intended for one-time or short-term use..130 Laut dem Portal mu- siconn – Für vernetzte Musikwissenschaft (www.musiconn.de) des Fachinformations- dienstes Musikwissenschaft (FID) sind unter diesem Begriff «Programme, Kon- zertankündigungen, Rezensionen und ähnliche Dokumente» zusammengefasst. Die Empfehlungen der deutschen Bundeskonferenz der Kommunalarchive (BKK) über Archivisches Sammelgut können auch auf music performance ephemera übertragen werden:
Als archivisches Sammlungsgut werden aktiv von Archiven erworbene oder gesammelte, körperlich vorhandene Unterlagen verstanden, die nicht aus- schließlich aus öffentlichen Verwaltungsverfahren stammen, aber relevant für die Geschichte einer Kommune oder Region sind und die aus Verwaltungs- schriftgut erwachsenen Archivbestände in ihren Dokumentationsmöglichkei- ten ergänzen.131
An der Haute école de musique de Lausanne und der ZHdK wurden zwei Plattformen zur Präsentation von Digitalisaten entwickelt. Das eine Tool, onstage, ist eine retro- spektive Datenbank mit dem Ziel, Dokumentationsmaterial vergangener Konzerte zu erschliessen und deren Inhalte in der heutigen Zeit zu vermitteln.
Das an der ZHdK entwickelte Medienarchiv der Künste erlaubt sämtlichen Akteuren (Dozierenden, Studierenden, ATP-Personal) niederschwellig die
künstlerischen Ergebnisse aus der Hochschule multimedial zu erhalten und diese on- line zu präsentieren.
4.1 onstage (Entwicklung der Haute école de musique de Lausanne und von RISM Schweiz)
Aus Anlass des 150-jährigen Bestehens des Conservatoire de musique de Lausanne initiierten Antonin Scherrer, Autor der Jubiläumsschrift Conservatoire de Lausanne 1861–2013, Paolo Boschetti, wissenschaftlicher Bibliothekar und Leiter der Biblio- thek des Conservatoire, Angelika Güsewell, Forschungsverantwortliche der HEMU, sowie RISM Schweiz132 das Datenbankprojekt onstage.133 Dieses ist der Publikations- reihe RISM Digital Library (d-lib) angegliedert, die das Konzept folgendermassen de- finiert:
Die Dokumente, welche in dieser Reihe veröffentlicht werden (Konzertpro- gramme, Korrespondenz, Sitzungsprotokolle von historischen Gesellschaften) sind keine zusammenhängenden Texte, sondern in der Regel nur durch eine gemeinsame institutionelle Bindung vereint.134
Die Bezeichnung onstage wurde bewusst als offener, neutraler Begriff gewählt, damit sich andere interessierte Institutionen dem Projekt anschliessen können, was in zwei Fällen mit der Bibliothek des CMG und der Gesellschaft für Alte Musik Basel gesche- hen ist.
Die onstage-Such- und Filterfunktionen haben folgende Eigenschaften:
⎯ Die drei Bestände Lausanne, Genf und Basel können einzeln dazu- oder weg-geschaltet werden.
⎯ Alle Programmblätter wurden manuell gemäss dem Metadatenschema der
Text Encoding Initiative135 (TEI) indexiert.136
⎯ onstage verfügt über eine Optical Character-Recognition (OCR)-Zeichener-kennung zur Volltextsuche.
⎯ Alle Dokumente verfügen über einen persistenten Link zur Abfrage und ei-nen weiteren, zur Provenienzstelle des entsprechenden Dokuments führen-den Link.
⎯ Alle Programme können als PDF-Dokumente heruntergeladen werden.
Diese unterschiedlichen Codierungen können in der Suchabfrage kombiniert gefiltert werden und ermöglichen differenzierte Abfragen, die Rückschlüsse auf den Zeitge- schmack, das Repertoire, die Interpreten, die Konzertorte usw. erlauben.137
Im Bestand ‹Lausanne› fallen über mehrere Jahrzehnte beträchtliche Lücken
in der Überlieferung von music performance ephemera auf (1861–1879 / 1900–1920
/ 1975–1982), die gemäss Antonin Scherrer auch Rückschlüsse auf die Archivführung der jeweiligen Direktion und Administration des Conservatoire zulassen.138
Die von onstage vorgelegte Plattformlösung trägt den Nutzerbedürfnissen Rechnung, indem sie «Zuverlässigkeit und Integrität der Abbildung, Vollständigkeit, Kontextinformationen, eine hohe Auflösung, eine ausführliche Dokumentation sowie die Zuverlässigkeit der Suchresultate bietet.»139
Eine vergleichbare, jedoch wesentlich umfangreichere Plattform zur Erschlies- sung musikalischer Ereignisdaten ist das Projekt musiconn.performance in Deutsch- land. 140 Im Rahmen des Landesdigitalisierungsprogrammes für Wissenschaft und Kultur des Freistaates Sachsen werden von der Sächsischen Landes- und Universi- tätsbibliothek Dresden (SLUB) umfangreiche Sammlungen von music preformance ephemera durch Digitalisierung einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich ge- macht. Die Bestände bilden wie bei onstagedie Basis für Informationen «zur Reper- toireentwicklung, zur Kanonbildung sowie zur Etablierung und Ablösung ästhetischer Präferenzen.»141
4.2 Medienarchiv der Künste (Entwicklung der Zürcher Hochschule der Künste)142
Die Plattform Medienarchiv der Künste wird seit 2009 an der ZHdK entwickelt mit dem Ziel, den Departementen eine gemeinsame, einfach zu handhabende, interdiszip- linäre und multimediale Plattform bereitzustellen. Die als open source an der ZHdK entwickelte Software MADEK erlaubt:
⎯ digitale Erzeugnisse (Film, Ton, Foto, Grafik, PDF) aus den fünf Departe-menten der ZHdK zu sichern und öffentlich einsehbar zu machen;
⎯ die freie Zuordnung und Kombination vorhandener Inhalte sowie
⎯ kooperatives Arbeiten, bei dem Inhalte durch interne Berechtigungszuwei-sungen von definierten Anwendern gemeinsam bearbeitet und weiterentwi-ckelt werden können;
⎯ die Inhalte via Internetbrowser auf der Seite des Medienarchivs zu betrach-ten;
⎯ mit einer api-Schnittstelle143 (Application-Programming-Interface) ausge-wählte Dokumente oder Sets in die Webseite der ZHdK einzuspielen. Auf-grund der begrenzten Lebensdauer von Webseiten ist dies ein grosser Vor-teil, da sämtliche Inhalte dauerhaft in der Datenbank des Medienarchivs ge-speichert bleiben und von einer Webseitenabschaltung nicht betroffen sind.
Die Struktur ist nicht hierarchisch. Inhalte können und dürfen beliebig vernetzt, geteilt und verknüpft werden. Dadurch wird auch kooperatives Arbeiten ermöglicht.
In der folgenden Grafik sind die Strukturen des Medienarchivs der Künste dargestellt:

Momentan können alle Personen mit einem institutionellen ZHdK-Login Produktio- nen im Medienarchiv der Künste hinterlegen.
Im Unterschied zu onstage besteht im Medienarchiv der Künste die Möglich- keit zur Archivierung von Ton- und Filmdateien.

5. Fazit und Schlussfolgerungen
Die Landschaft der Archive der Schweizer Musikhochschulen ist unterschiedlich aus- gestaltet. Alle Musikhochschulen verfügen über Zwischenarchive zur gesetzlichen Aufbewahrung ihrer Geschäftsunterlagen. Bei den historischen Archiven, die die Ak- tivitäten und die Entwicklung der Lehre dokumentieren, reicht das Spektrum von der professionell geführten Archivinstitution bis hin zum einfachen, beinahe unerschlos- senen Archivaktenschrank.
Durch Umstrukturierungen, bedingt durch die Fachhochschulreform, haben mehrere Musikhochschulen ihre historischen Bestände der früheren Konservatorien an Staatsarchive übergeben. Die Erschliessung dieser Unterlagen ist unterschiedlich fortgeschritten.
Über das institutionsübergreifende Gremium der KMHS (KDSK) gibt es bis heute weder eine Studie noch existiert ein zentrales Archiv. Um Entscheide, die für die Entwicklung der Konservatorien im 20. Jahrhundert relevant waren, dokumentie- ren zu können, wäre die Zusammenführung oder zumindest die Lokalisierung und Verzeichnung noch existierender, verstreuter Unterlagen wünschenswert.
Vorschläge zur Nutzung von Archivbeständen in der Öffentlichkeitsarbeit –
Digitalisierung
In ihrer Diplomarbeit Zum Stellenwert von Sammlungsgut in kommunalen Archiven und Einsatzmöglichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit fordert Janka Deicke: «Die multimediale Präsentation des Archivs im Internet sollte heutzutage zu den obligato- rischen Kommunikationsmitteln im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit gehören.»144 In diese Richtung stossen im Falle der Schweizer Musikhochschularchive die Plattfor- men onstage und Medienarchiv der Künste, die beide mit unterschiedlichen Ansatz- und Schwerpunkten das Potential haben, digitalisierte Archivbestände einem interes- sierten Publikum oder der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Eine Alternative zu diesen in der Schweiz entwickelten Plattformen könnte zudem das 1996 von Brewster Kahle initiierte Portal Internet Archive (URL: www.archive.org) bieten, das bereits über reiche, wenn auch unstrukturierte Bestände an Periodika aus verschiedenen Quellen verfügt.145
Um einen besseren Überblick über die historische Entwicklung und die Akti- vitäten der Schweizer Konservatorien zu erhalten, wäre eine möglichst vollständige Retrodigitalisierung und Onlinestellung von überlieferten Periodika und Jahresberich- ten wünschenswert (vgl. Projekt der Bestandesaufarbeitung an der ZHdK). Informa- tionen aus music performance ephemera könnten Archivbestände ergänzen und Be- standeslücken teilweise schliessen.
Professionell geführte Archivinstitute an Musikhochschulen sind auch im Aus- land keine Selbstverständlichkeit und eher an renommierten Institutionen mit entspre- chenden Ressourcen zu finden. Bedeutende Musikhochschulen in Europa oder den USA haben den Wert ihrer Archivbestände erkannt und für deren Erhaltung und Ver- wendung in der Öffentlichkeitsarbeit unterschiedlich ausgestaltete, digitale Lösungen gefunden. Auch aufgelöste oder fusionierte Institutionen sind Teil von Forschungs- projekten. Ein viel beachtetes Beispiel ist das am Archiv der Universität der Künste Berlin angesiedelte Projekt der Rekonstruktion des Verzeichnisses der Lehrenden und Studierendendes Stern’schen Konservatoriums,146 das heute als Julius-Stern-Institut Teil der UDK ist und dessen Archiv seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschol- len ist.147
Mittlerweile sind seit der Fachhochschulreform in der Schweiz mehr als 20 Jahre vergangen. Welche historischen Unterlagen der Musikhochschulen einst das In- teresse der Forschenden wecken werden, kann heute nicht abschliessend beantwortet werden. Auch in Zukunft wird der treffende Satz von Gilbert Coutaz gelten: «Archi- ver, c’est anticiper. C’est définir aujourd’hui l’information qui aura de l’intérêt de- main.»148
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Deicke, Janka: Zum Stellenwert von Sammlungsgut in kommunalen Archiven und Einsatzmöglichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit, Fachhochschule Potsdam, Potsdam 2007, URL: https://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/frontdoor/index/index/docId/208.
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Huber, Max: Die Archive der Fachhochschulen – mehr als Aktenablagen?, in: Arbido Nr. 4, 2014, S. 42–43, URL: https://arbido.ch/de/ausgaben-artikel/2014/fh-bibliotheken- eine-dynamische-entwicklung/die-archive-der-fachhochschulen-mehr-als-aktenablagen.
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Kuhlen, Rainer; Semar, Wolfgang, Strauch, Dietmar (Hrsg.): Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation. Handbuch zur Einführung in die Informationswissenschaft und -praxis, Walter de Gruyter, Berlin 2013.
Lepper, Marcel; Raulff, Ulrich (Hrsg.): Handbuch Archiv - Geschichte, Aufgaben, Perspektiven, J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 2016.
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